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Freibeträge bei Einkommen (Absetzungen)

Wenn man Einkommen erzielt, dieses aber nicht ausreichend ist, um die notwendigen Kosten im Leben zu decken, dann hat man einen ergänzenden Leistungsanspruch auf Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Damit der tatsächliche Bedarf berechnet werden kann, ist es zunächst wichtig, dass das anrechnungsfähige Einkommen entsprechend § 11 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) ermittelt wird. Es wäre allerdings nicht sachgerecht, wenn das vollständige Einkommen als Ermittlungsgrundlage herangezogen wird und daher gibt es nach § 11 b Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) die Regelung, dass vom Einkommen sogenannte Absetzungen (Freibeträge) vorzunehmen sind. 

Erst nachdem die anerkannten Absetzungen (Freibeträge) vom Einkommen abgezogen worden sind, kann der (Rest-)Bedarf ermittelt werden.

 

Inhaltsverzeichnis 


Abzugsfähige Beträge nach § 11 b Abs. 1 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)

Entsprechend § 11 b Abs. 1 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) sind nachfolgende Beträge abzugsfähig:


Freibeträge nach § 11 b Abs. 2 und 3 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)

Ist der Leistungsberechtigte erwerbstätig, wird insoweit vom Bruttoerwerbseinkommen, anstelle der privaten Versicherungsbeiträgen, Vorsorgekosten für Krankheit und Alter und Werbungskosten, ein pauschaler Freibetrag von 100,00 €, der nicht nachgewiesen werden muss. (§ 11 b Abs. 2 Satz 1 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)). Dieses gilt nicht, wenn der Leistungsberechtigte mehr als 400,00 € verdient und nachweisen kann, dass die jeweiligen Beträge insgesamt höher als 100,00 € sind. (§ 11 b Abs. 2 Satz 2 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)).

Darüber hinaus werden weitere prozentuale Freibeträge gewährt, dieses richtet sich nach Höhe des Einkommens


Besonderheit von Einkommen aus ehrenamtlicher Beschäftigung

Erhält der Leistungsberechtigte aus einer ehrenamtlichen Tätigkeit eine Bezüge oder Einnahmen, die entsprechend dem Einkommensteuergesetz (EStG) steuerfrei sind, dann erhält der Leistungsberechtigte für das Einkommen oder die Bezüge aus dieser Tätigkeit einen Freibetrag von 200,00 € anstatt der 100,00 €, außerdem reduziert sich die Grenze, aber der der Leistungsberechtigte nachweisen kann, dass er ggf. höhere Beiträge an Versicherungen zahlt, die entsprechend anerkannt sind.

Achtung:

Wenn der Leistungsberechtigte einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht und darüber hinaus noch eine ehrenamtliche Tätigkeit ausführt, für die der Leistungsberechtigte Bezüge oder Einnahmen erhält, dann ist die Einnahme aus geringfügiger Beschäftigung und die Einnahme aus ehrenamtliche Tätigkeit jeweils getrennt voneinander zu betrachten. (siehe Berechnungsbeispiel)


Wie wird das Einkommen berücksichtigt

Zunächst ist berücksichtigen, wann das Einkommen eintrifft. Es wird immer in dem Monat berücksichtigt, in dem man das Einkommen vereinnahmt, z.B. durch Gutschrift auf dem Konto. (Zufluss-Prinzip) (§ 11 b Abs. 2 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II))

In der Regel schätzen die Jobcenter das Einkommen für die nächsten 6 Monate ein, und ermitteln daraus ein durchschnittliches Einkommen, welches es unter Berücksichtigung der entsprechenden Absetzbeträge, mit den Leistungen verrechnet wird. Dadurch versucht man größere Erstattungen oder Rückforderungen zu vermeiden. Weicht man zu weit nach oben oder unten ab, dann sollte man das Jobcenter rechtzeitig unter Vorlage entsprechender Nachweise darum bitten, das anrechenbare Einkommen anzupassen.


Berechnungsbeispiele

Nachfolgend erhalten Sie einige Berechnungsbeispiele, wie Einkommen berücksichtigt wird:

geringfügige Beschäftigung (Verdienst 450,00 €):

 Einkommen bzw. Freibetrag   Beträge 
 Einkommen (450,00 €) - Mini-Job  450,00 €
 - Freibetrag Erwerbseinkommen nach § 11 b Abs. 2 Satz 1 SGB II  100,00 €
 = verbleibendes Einkommen 350,00 €
 - 20 % aus 350,00 € nach § 11 b Abs. 3 Nr 1 SGB II
70,00 €
 = anzurechendes Einkommen  280,00 €

 

Zusammenfallen von Einkommen aus geringfügige Beschäftigung 120,00 € und Einkommen aus ehrenamtlicher Tätigkeit 263,80 €

 Einkommen   Beträge 
 Einkommen (250,00 €) - Mini-Job   120,00 €
 - Freibetrag Erwerbseinkommen nach § 11 b Abs. 2 Satz  1 SGB II 100,00 €
 = verbleibendes Einkommen 20,00 €
 - 20 % aus 150,00 € nach § 11 b Abs. 3 Nr. 1 SBG II 4,00 €
 = anzurechendes Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung 16,00 €
   
 Einkommen (263,80 €) - Aufwandsentschädigung 263,80 €
 - Freibetrag Aufwandsentschädigung nach § 11 b Abs. 2 Satz 3 SGB II  200,00 €
 = verbleibendes Einkommen  63,80 €
 - 20 % aus 63,80 € nach § 11 b Abs. 3 Nr. 1 SGB II  12,76 €
 = anrechenbares Einkommen aus Aufwandsentschädigung  51,04 €
 
 anrechenbares Einkommen aus geringfügiger Beschäftigung
 + anrechenbares Einkommen aus Aufwandsentschädigung
 67,04 €

 

Einkommen Gehalt 1200,00 €,
Person alleinstehend,
Steuerklasse 1, keine Kinder,
monatliche Fahrtkosten 75,50 €
 Einkommen   Betrag 
 Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (brutto)  1200,00 €
 - Steuern nach § 11 b Abs. 1 Nr. 1 SGB II 36,87 €
 - Sozialversicherungsabgaben nach § 11 b Abs. 1 Nr 2. SGB II 245,70 €
 - Fahrtkosten nach § 11 b Abs. 1 Nr. 5 SGB II 75,50 €
 = verbleibendes Einkommen 841,93 €
 - Freibetrag Erwerbseinkommen nach § 11 b Abs. 2 Satz 1 SGB II 100,00 €
 = verbleibendes Einkommen 741,93 €
 - Freibetrag Erwerbseinkommen nach § 11 b Abs. 3 Nr. 1 SGB II 148,29 €
 - Freibetrag Erwerbseinkommen nach § 11 b Abs. 3 Nr. 2 SGB II 20,00 €
 = anrechenbares Einkommen 573,64 €

 

 

 

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